Die Nacht war ganz erholsam. Unser Zimmer war in einem großen Haus, so dass wir auch die Gemeinschaftsräume mitbenutzen konnten. Als wir in die Küche gingen, um das Frühstück zu machen, trafen wir ein deutsches Pärchen aus Kaltenkirchen, die schon einen Tag länger in der Unterkunft waren. Wie es so üblich ist, fängt man erstmal an, sich auf Englisch zu unterhalten, bis wir dann alle merkten, dass wir auch Deutsch sprechen können 🙂
Wir haben dann gemeinsam gefrühstückt und uns nett unterhalten und dabei festgestellt, dass wir alle vier ziemlich reiseverrückt sind. Während die beiden Kaltenkirchener zum Strand gingen, sind wir dann zum Whale Watching gefahren. Das Wetter war bombastisch und es schien ein warmer Tag zu werden. Wir waren etwas früh dran beim Tour-Veranstalter und sind dann noch ein wenig in der Hauptstraße schlendern gewesen, bis wir dann wieder zurück mussten. Inzwischen hatte sich die Anmeldung gefüllt und wir waren ein wenig erschrocken über die Menge an Teilnehmern dieser Tour. Zwei Busse kamen an, und fuhren uns auf die Südseite der Halbinsel, wo ein kleiner Hafen liegt. Wir gingen an Bord und hatten zu unserem Erstaunen alle Platz in dem Katamaran. Dann ging es nach einer kurzen Einweisung auch schon raus aufs Meer.
Während der Fahrt mussten wir alle sitzen bleiben und wurden unterdessen von dem Tourguide mit Informationen versorgt. Einige dieser Informationen wurden dann noch auf den beiden großen Monitoren dargestellt.
Nach nicht allzu langer Zeit hielt das Boot dann auch schon und die Türen nach draußen wurden geöffnet. Wir gingen raus und stellten uns an die Reeling. Angeblich war ein Wal gesichtet worden. Wir schauten umher und konnten es nicht sofort sehen, doch dann in der Ferne war die weiße Gischt sichtbar, die vom Blasloch des Wals in die Luft gestoßen wurde. Der Katamaran nahm noch wieder etwas Fahrt auf und wir mussten uns an der Reeling festhalten. Es ging über die Wellenberge und Täler und wir schwankten schon ein wenig, aber es machte wahnsinnigen Spaß, es war wie eine Achterbahnfahrt. Dann wurde wieder gestoppt und wir sahen zu, wie sich der Pottwal – oder Spermwhale auf Englisch – uns näherte. Bis zu 16 Meter werden die Pottwale und dieser war etwa 14 m lang. Er lag ruhig vor uns und atmete.

Und dann passierte, worauf alle gewartet haben. Der Kopf tauchte unter, der Rücken hob sich und verschwand ebenfalls in der Tiefe und langsam kam die Flosse aus dem Wasser und verschwand dann in einer eleganten Bewegung ebenfalls im Wasser. Die Kameras surrten und klickten und jeder versuchte diesen Moment des Abtauchens festzuhalten.

Dann erfuhren wir, dass der Wal jetzt für mindestens 15 Minuten und bis zu 2 Stunden unter Wasser sein würde. Pottwale sind gute Taucher und der Rekord liegt bei 2 Stunden und 17 Minuten.
So lange wollten wir aber nicht warten und darum wurden wir gebeten, wieder in den Innenraum zu gehen. Wir fuhren weiter zu einem anderen Bereich der Küste und hielten erneut. Rund 100 Delphine schwammen im Wasser, sprangen in die Luft und vollführten allerlei Kunststücke. Es war eine wahre Freude, dabei zuzusehen.



Es waren so viele Delphine, die in Grüppchen durchs Wasser zogen, an unserem Boot vorbei schwammen und sich wieder entfernten, umdrehten und wieder auf uns zukamen. Man wusste nicht wo man zuerst hinschauen sollte. Wir erfuhren, dass es sich um die Art Dusky Dolphin handelte.




Leider mussten wir uns irgendwann wieder von den Delphinen lösen, denn es bestand die Möglichkeit, noch einen zweiten Pottwal zu sehen. Also gingen wir wieder in den Innenraum und das Boot nahm Fahrt auf. Wir kamen zu einer Stelle, wo über ein Sonar Walgeräusche gehört wurden. Doch wir sahen nichts. Minutenlang schauten wir über den ganzen Ozean, doch nichts. Das Sonar wurde wieder ins Wasser gebracht und erneut gelauscht, die Richtung des Bootes korrigiert und Fahrt aufgenommen. Warten. Doch der Wal zeigte sich noch immer nicht. Ein weiteres Mal das gleiche Prozedere. Sonar, Korrektur, Warten. Nichts. Dann der erlösende Schrei vom Beobachtungsposten und alle schauten nach rechts. Da lag er, der zweite Pottwal und war kurz davor, wieder abzutauchen. Kameras und Handys wurden gezückt und waren im Dauereinsatz. Und dann die letzte Sequenz, als sich wieder sehr elegant die Schwanzflosse hob und im Meer verschwand. Einfach wunderschön anzusehen. Das war auch für unser Boot das Zeichen, umzudrehen und zum Hafen zurück zu fahren. Nach wenigen Minuten waren wir dann auch wieder im Hafen und wurden mit den Bussen zum Parkplatz zurückgebracht.
Wir stärkten uns mit einer Kleinigkeit, dann fuhren wir zur Unterkunft und machten uns fertig für eine kleine Wanderung. Es war sehr warm draußen und wir waren viel zu warm angezogen.
Mit entsprechender Kleidung gingen wir dann nochmal auf den Wanderweg um die Halbinsel herum. Wir kamen wieder an der Robbenkolonie vorbei und entdeckten jetzt bereits beim Hinweg die vielen Robben, die faul auf den Steinen lagen und sich sonnten. Fantastisch. Wir mochte uns gar nicht trennen. Immer mehr gewöhnten sich unsere Augen an diese Kombination von Stein und Robbe und wir entdeckten die vielen kleinen Verstecke, wo sich selbst Kleintiere aufhielten.






Dann gingen wir weiter auf dem Weg und sahen immer wieder neue Grüppchen und große Gruppen von Robben. Wir verbrachten sehr viel Zeit auf diesem Wanderweg und speziell bei den Robben, so dass wir etwas die Zeit vergaßen und es nicht mehr schaffen würden, den ganzen Weg über die Stadtmitte zurückzugehen. Also bogen wir ab und nahmen den Weg über die Klippen zurück zu unserer Unterkunft.







Danach fuhren wir dann zum Essen.

Als wir wieder rauskamen vom Essen, sahen wir ein wunderschönes Abendrot. Leider auch mit vielen Wolken. Hoffentlich verziehen die sich noch bis morgen…

Was für ein tolles Erlebnis und wunderbare Aufnahmen, danke, liebe Sybille!!
Lieben Gruß, Andrea