08.03.2025: Nach Picton

Wir sind wieder früh aufgestanden und haben uns unser Frühstück selber zubereitet. Dann haben wir das Auto beladen und sind losgefahren. Unser Ziel war Picton im Marlborough Sound. Die Fähren von Wellington kommen in Picton an und verbinden Nord- und Südinsel von Neuseeland miteinander.

Die Route führte durch Nelson hindurch, doch da Samstag war, waren die Straßen nicht so voll und wir kamen recht gut voran. Wir hatten wieder sehr viele kurvige Straßen zu bewältigen, doch Sibylle machte das ganz wunderbar. Das Wetter war etwas unbeständig, so dass wir nicht wirklich wussten, was wir in Picton machen konnten. Pläne hatten wir erst für den Tag darauf und die Fahrt nach Picton sollte nicht länger als 3 Stunden dauern. Für eine Kajak Tour war das Wetter zu unbeständig. Auch eine Weintour durch die Marlborough Region bot sich nicht an, da einer von uns auf jeden Fall Auto fahren musste. Also entschieden wir uns, eine Naturerkundungstour durch den Marlborough Sound zu buchen. Das Timing war dann auch ziemlich perfekt.

Wir kamen Mittags in Picton an und fanden auch sofort einen Parkplatz am Hafen und schlenderten dann zum Büro des Veranstalters und checkten ein. Eine knappe Dreiviertelstunde später ging es dann auch schon los.

Unser Naturguide hieß Hanna und der Captain hieß John. Wir starteten mit der Fahrt in den Sound und zu Anfang hatten wir auch schönes Wetter, doch dann zog es sich etwas zu und nieselte auch ein wenig. Aber das stört die Tiere natürlich nicht. Hanna und John zeigten uns verschiedene Stellen, an denen heimische Vogelarten zu finden waren. Wir sahen mindestens fünf verschiedene Vogelarten und dazu noch Seehunde. Insgeheim hofften wir natürlich darauf, auch Hector-Delfine zu sehen oder einen Orca, die auch in diesen Gewässern zu finden sind. Doch erstmal mussten wir uns mit kleineren Tieren zufrieden geben.

Wir hielten dann an der Insel Motorua, die ein reines Vogelparadies ist. Wir mussten unsere Schuhe reinigen und durften keine Sachen mit auf die Insel nehmen, außer der Kamera. Es gibt auf der Insel keine Tiere, die den Vögeln schaden könnten, und es sollen auch keine biologischen Erreger hergebracht werden, die den Vögel schaden würden.

Wir standen vor der Entscheidung, ob wir mit Hanna zu einem Aussichtspunkt gehen wollen oder uns an den Wasserpool zu setzen, um die Vögel zu beobachten. Im ersten Moment dachten wir: natürlich gehen wir wandern. Doch als wir am Pool ankamen, einem kleinen natürlichen Wasserloch umgeben von Steinen, entschieden wir uns anders. Wir setzten uns auf die Holzbänke, die so ein wenig wie ein Amphitheater aufgebaut waren, und warteten auf die Vögel. Mit uns hatte sich noch ein weiteres Paar vom Boot hier niedergelassen. Wir blieben ganz still und mussten keine Minute warten, bis die ersten Vögel ankamen und direkt vor unseren Augen in dem Wasser plantschten, sich putzten, fiepten, wieder putzten und dann wieder davonflogen. Und es waren nicht immer die gleichen Vögel, sondern unterschiedliche Arten. Im Dickicht dahinter sahen wir grüne Papageien, die sich an einer weiteren Wasserstelle erfrischten. 

Es war ein Kommen und Gehen am Wasser und die vielen verschiedenen Vogelstimmen waren absolut erfrischend und herrlich. Keiner von uns Vieren machte ein Geräusch, nur die Kameras surrten oder klickten ab und zu. Wir hatten dieses kleine und absolut wunderschöne Paradies vollkommen für uns.

Leider hatte die Ruhe nach etwas mehr als einer halben Stunde ein Ende und die Wanderer von der Aussichtspunktbesteigung kamen zurück und setzten sich zu uns. Das war den Vögeln anscheinend zu viel, die dann mit einem Mal ausblieben und es wurde richtig still am Pool. Keine Vogelstimmen mehr.

Hanna bat uns dann zurück aus Boot und wir setzten unsere Eco-Tour durch das Gebiet des Marlborough Sound fort.

Der Kapitän fuhr noch mal in eine Ecke, die wir auf der Hinfahrt am Morgen ausgelassen hatten. Hier, so sagte er uns, würden sich oftmals Hector Delfine aufhalten. Plötzlich stoppte er das Boot und meinte, wir sollten alle nach vorne gehen und unsere Beine über die Bootskante hängen lassen. Dazu sollten wir laute Geräusche machen und Jolen. Wir hielten dies erst für ziemlich verrückt, doch als wir dann den ersten Delfin sahen und dieser sich durch die Geräusche und Bewegungen angezogen fühlte, intensivierten wir unsere Show für die Delfine. Wer war hier Darsteller und wer Beobachter?

Die Delfine schwammen ganz dicht am Boot vorbei, sprangen in die Luft und tauchten wieder ab. Das Boot drehte sich herum, so dass wir den besten Blick auf die Hector Delfine hatten, diese kleinste Art von Delfinen (max. bis zu 1,50 lang), die nur um Neuseeland herum vorkommt. Es war herrlich und wir kamen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. So nah diese Delfine zu sehen, einfach unglaublich. Wir hatten zwar gehofft, Delfine zu sehen, aber geglaubt hatten wir daran nicht mehr wirklich. Gewiss, die Vogelbeobachtung und das Erlebnis auf der Insel Motorua war auf jeden Fall einmalig schön gewesen, aber das hier toppte alles! Man konnte es kaum glauben, dass die Delfine es gut fanden, dass wir uns so auffällig verhielten. Denn normalerweise versucht man ja besonders ruhig zu sein.

Leider drehte der Kapitän dann langsam das Boot und fuhr uns aus der kleinen Bucht heraus. Wir mussten zurück nach Picton. Dort kamen wir dann pünktlich an und sagten Hanna noch mal, wie begeistert wir von der Tour gewesen waren. Es war eine absolut spontane Entscheidung gewesen und sie war goldrichtig gewesen.

Wir gingen dann Essen und bestellten uns Thunfisch vom Heißen Stein. Das war auch eine besondere Erfahrung, aber eine sehr leckere. Unser Kellner kam aus Deutschland und sah aus, als wäre er noch viel zu jung, um diesen Beruf auszuüben.

Nach dem Essen fuhren wir dann zu unsere Unterkunft, die ziemlich weit oben in Wakama lag, einem Nachbarort oder Stadtteil von Picton, hoch oben auf dem Hügel. Unser Zimmer war absolut perfekt. Wir hatten von dort einen supertollen Blick auf den Marlborough Sound. Das werden wir sicher noch genießen. Vielleicht sogar morgen Abend nach unserer Wanderung auf dem Queen Charlotte Track.

1 Kommentar

Leave a Comment