09.03.2025: Marlborough Sound

Frühes aufstehen war mal wieder angesagt. Der Wecker klingelte um 6 Uhr, denn wir mussten ein Wassertaxi erreichen, das nur zweimal am Tag fuhr. Da wir unser Frühstück bereits gestern Abend in die Unterkunft gestellt bekommen hatten, konnten wir direkt nach dem Aufstehen frühstücken und uns dann in der Dämmerung auf den Weg nach Picton machen.

Als wir unten am Hafen ankamen, ging gerade die Sonne richtig auf und wir gingen zum Anbieter der Wassertaxis und checkten ein. Kurz vor 8 Uhr durften wir dann auch an Bord des Wassertaxis. Da es noch ziemlich frisch war, setzten wir uns in den geschützten Innenbereich und genossen so die Fahrt nach Ship Cove.

Unser Ziel war es heute, auf dem 73 km langen Queen Charlotte Wanderweg ein Teilstück zu gehen, welcher von Ship Cove nach Fournaux Lodge führte. Über die Distanz gab es verschiedene Angaben. Offiziell waren es 15, aber wenn man die Steigung mit dazu rechnet, kam man auf etwa 17 Kilometer, so zumindest die Erklärung der jungen Frau aus dem Büro des Wassertaxi Anbieters.

Die Fahrt durch den Marlborough Sound war wieder sehr schön, heute bei strahlend blauem Himmel. Wir hielten kurz bei Motorua, weil dort ein paar Passagiere aussteigen wollten, die erst eine Stunde später mit der nächsten Fähre nach Ship Cove kommen würden.

Wir fuhren aber direkt weiter und stiegen mit einem guten Dutzend Passagieren an Ship Cove aus. Dieser Ort war auch der Anlandepunkt von Captain James Cook, als er seinen Fuß auf Neuseeländischen Boden gesetzt hat. Zu dieser Erinnerung steht in der Bucht von Ship Cove auch ein Monument zu Ehren von James Cook.

Direkt in der Bucht lag ein kleines Kreuzfahrtschiff, von dem immer mal ein paar Passagiere in Schlauchbooten an Land gefahren wurden. Es handelte sich um eine Gruppe älterer Herrschaften, die hier ebenfalls kleinere Wanderungen machen wollen.

Während wir uns das Denkmal von Captain Cook anschauen, kommt die Sonne richtig heraus und uns wird langsam warm. Nachdem die älteren Damen und Herren weitergewandert sind, machen auch wir uns langsam auf den Weg zum Track. Der Anfang eines solchen Weges, auf dem auch viele andere unterwegs sind, ist immer etwas schwierig, denn bis man sein Tempo gefunden hat, dauert es ein wenig. Wir sprühten uns noch mit Insektenschutzmittel ein, denn es sollte hier viele Sandfliegen geben. Aber dann fanden wir langsam unser Tempo und waren noch kurzer Zeit fast allein auf dem Weg.

Etwas schade war, dass der Weg ziemlich breit war und auch von Radfahrern benutzt wurde. Wir wurden während der gesamten Wanderung von ca. 6-8 Radfahrern überholt. 

Der Weg ging auf und ab durch den Urwald. Auch dieser Wald war wieder sehr trocken und sehr steinig. Schattige Stellen wechselten abrupt mit sonnigen Abschnitten ab und wir waren immer wieder damit beschäftigt, die Brillen zu wechseln. 

Die befürchteten Sandfliegen blieben aus und auch die Wanderer entzerrten sich. Wir sahen zwar immer mal den ein oder anderen oder hörten die Stimmen durch den stillen Urwald, doch ansonsten waren wir eigentlich allein unterwegs und genossen diesen schönen Track sehr.

Er war nicht so heimelig und romantisch wie die Wanderungen in den Farnwäldern, doch auch sehr besonders. Richtig schön wurde es, als wir uns aus dem Dickicht wieder Richtung Küste bewegten und durch die Bäume hindurch die Buchten und das türkisfarbene Wasser sahen. Der Marlborough Sound ist einfach herrlich anzusehen.

Durch die vielen Bäume gingen wir die meiste Zeit im Schatten und kamen dadurch nicht so ins Schwitzen, was sehr angenehm war. Auch waren wir der Meinung, dass wir dank der Besteigung von Roys Peak mit dieser Höhe hier keine Probleme hatten. 

Als wir schließlich abwärts gingen und den Dschungel hinter uns ließen, konnten wir immer mehr vom Marlborough Sound sehen.

Schließlich kamen wir unten an und genossen einen Moment die Stimmung am Wasser, bevor wir uns auf den letzten Kilometer zur Lodge machten, wo wir uns zur Erholung noch einen Cappuccino bestellten. Danach gingen wir zum Steg und warteten auf das Wassertaxi, welches uns wieder zurück nach Picton bringen sollte.

Wir genossen die Fahrt nach Picton in der Sonne sehr und kamen dann pünktlich im Hafen an. Es ging direkt zum Abendessen, denn wir waren recht hungrig nach den 17 Kilometern. Wir gingen wieder ins gleiche Restaurant von gestern und bestellten statt des Thunfisches dieses Mal Lamm vom heißen Stein. Das war auch wieder sehr lecker.

Dann fuhren wir zu unserer Unterkunft und setzten uns mit einem Gläschen Wein aus der Marlborough Region auf unsere Terrasse und schauten zu, wie die Sonne langsam unterging. Der Mond hingegen war groß und deutlich sichtbar und spendete uns noch eine Weile Licht, bis wir nach diesem wunderschönen Tag dann hineingingen. Morgen mussten wir die Unterkunft verlassen und zu unserer letzten Station nach Kaikoura fahren. Aber da warten hoffentlich auch noch ein paar tolle Erlebnisse auf uns.

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